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Rei, Reigi, Reishiki: courtesy in Budo

REI, REIGI, REISHIKI: RESPEKT ZEIGEN

REI: über die Umgangsformen im Budo

Als 外人 / がいじん (Gaijin) - einem Menschen von außerhalb - ist es hoffentlich fast schon anmaßende über die Etikette in den Kampfkünsten zu schreiben. Man kann es auch als Akt der Höflichkeit und des Respekts sehen, wenn man sich damit befasst, wie man anderen auf eine möglichst korrekte Art und Weise begegnet. Das Wichtigste bei der Respektdarbietung ist grundsätzlich, dass man seinem Gegenüber mit voller Aufmerksamkeit begegnet. Jedoch nicht in einer übertriebenen Form, sondern auf natürliche Art und Weise. Es gibt verschiedene Formen der Verbeugung, das Ganze ist sehr vielschichtig und kompliziert, wenn man es richtig machen will. Die Verbeugung entspricht sehr allgemein gesagt dem westlichen Handschlag. Verbeugungen haben jedoch wesentlich mehr Ausdrucksmöglichkeiten. Es gibt Analogien aber auch Unterschiede. Sehr langes Händeschütteln kommt dem häufigen Verbeugen sehr nahe, es ist nicht "echt" und bewirkt oft das Gegenteil beim Gegenüber. Insbesondere die Tiefe des Verbeugens spiegelt die Beziehung zwischen den beiden Personen ab, die sich treffen. Von 15 Grad bis auf den Boden ist alles möglich. Wobei Letzterer heute kaum mehr praktiziert wird.  Im Unterschied zum Händedruck, der überwiegend zur Begrüßung, der Verabschiedung und als Dankeszeichen eingesetzt wird, verbeugt man sich auch um Bitte zu sagen.

 
Was bedeutet REI  礼?
Rei wir im Allgemeinen als Etikette übersetzt. Auch hat es die Bedeutung Gruß, Verbeugung, Dank oder Zeremonie. Abgeleitet aus dem Kanji bedeutet der linke Teil „Shi“ so viel wie „zeigen, ausdrücken“ der rechte Teil „Re“ so viel wie „die Zweite, zweite Klasse“. Sollen wir durch Rei also zum Ausdruck bringen, dass wir zweite Klasse sind? Nein, mit Unterwerfung im engeren Sinne hat es nichts zu tun. Wir sollen in einem Akt der Höflichkeit, Respekt zum Ausdruck bringen, das heißt also, dass wir uns nicht über den anderen erheben, auf ihn herabschauen, sondern ihn ehrlich mit voller Aufmerksamkeit und Demut in Bescheidenheit begegnen.  Wir erweisen jemanden Ehre, zollen Respekt. Davon gibt es viele Formen, die von Situation und Kontext abhängen.

Was bedeutet REISHIKI 礼式 ?
Reishiki sind die Zerimonialformen, die Etikette an sich.

Was ist REIGI  礼 儀?
Reigi ist die Ausübung des Rei, die Formen und Methoden der Ehrerweisung, also ein Verhaltenskodex. Man könnte es auch als den Knigge des Verbeugens bezeichnen. Wer sich falsch, zu oft oder zu wenig verbeugt hat also sozusagen schlechte Manieren.

Reisansoke empfiehlt sich für alle Formen der Verbeugung. Drei Atemzüge gewärleisten eine aufrechte Körperhaltung. Beim Beugen nach vorne einatmen, am untersten Punkt der Verbeugung ausatmen, beim zurückgehen in die Ausgangsposition einatmen. Auf diese Weise wird der Rücken auf natürliche Weise gedehnt und auch der Kopf "gerade" gehalten. Es ist wichtig, wie die Verbeugung "aussieht", damit er die richtige Botschaft vermittelt. Ein gerader Rücken vermittelt "Respekt".

Verbeugungen spielen im Rei eine wichtige Rolle. Man sich grundsätzlich in 2 Körperpositionen verbeugen: im Stehen (Ritsu-Rei) und im Sitzen (Za-Rei). Grundsätzlich empfiehlt es sich nicht dem Gegenüber hierbei in die Augen zu schauen, weil es als Misstrauen gedeutet werden könnte.

Im Ritsu-Rei sollte man eine gerade, aufrechte Körperhaltung einnehmen. Beim Verbeugen ist darauf zu achten, dass man mit geradem Rücken nur in der Hüfte abknickt, ohne den Hintern hinauszustrecken. Die Arme und Hände sind hierbei locker und entspannt seitlich angelegt. Es gibt folgende Formen, die je nach Situation angebracht sind: 

  • Eshaku 会釈 ist sozusagen die "Alltagsverbeugung" im Stehen, der Winkel beträgt ca. 15 Grad. Man wendet sie an, wenn man einen Bekannten, Vertrauten, Freund, ... jemanden den man persönlich mehr oder weniger gut kennt, trifft. Es entspricht einer Begrüßung, einem Hallo.

  • Kei rei  敬礼 ist formeller. Ein langsames Verbeugen um ca. 45 Grad (bis man mit den Händen die Knie erreicht) symbolisiert nicht nur eine Begrüßung, sondern auch Wertschätzung. Wichtig ist eine kurze Pause, bevor man sich wieder langsam in die Gerade erhebt. Man setzt es im geschäftlichen Bereich und bei "Respektspersonen" ein. Er wird im Dojo eingesetzt, wenn sich die Schüler vor dem Sensei verbeugen.

  • Saikei rei 最敬礼 ist mit 90 Grad die tiefste Verbeugung im Stehen. Sie wird im Alltag sozusagen nie eingesetzt. Man sieht sie ab und an in religiösen Zusammenhängen.


Auch im Za-Rei, der Verbeugung im Sitzen, sollte man einen geraden Rücken haben. Es gibt hier kulturell bedingt sehr viele Formen, die sich vor allem durch die Tiefe der Verbeugung und der Handhaltung unterscheiden. Die wichtigsten Formen sind:

  • Soushu-Rei 双手礼, die "Alltagsverbeugung" im Sitzen. Man verbeugt sich bis beide Hände flach auf dem Boden liegen. Hierbei berühren sich die Fingerspitzen, die Arme formen einen leichten Bogen. Dies ist auch ein Zeichen der Zustimmung.

  • Takushu-Rei  拓手礼 ist die formelle "Alltagsverbeugung".  Sie ist eine "leichte" Verbeugung mit den Händen seitlich vor, bzw. leicht neben den Knien. Sie wird in der Regel im Dojo praktiziert.

  • Shiken-Rei 指建礼 ist eine sehr formelle Verbeugung. Die Arme liegen seitlich außen an den Knien. Man setzt sie zum Beispiel ein, wenn man einer Respektsperson, einem Lehrer oder einer Unterhaltung zuhört.

  • Gasshu-Rei 合掌礼 ist eine sehr tiefe Verbeugung, bei der die Nase fast den Boden berührt. Sie findet in religiösen Zeremonien Anwendung und ähnelt der Entschuligungsgeste.

  • Shu-Rei 首礼

  • Moku-Rei 目礼

  • Soukou-Rei 爪甲礼

  • Sesshu-Rei 折手礼: die Hände sind außen unter den Knien. Man setzt sie unter anderem ein, wenn man antworten oder kommentieren will.

  • Sou-no-Rei 草の礼 (bei einer Teezeremonie)

  • Gyo-no-Rei  行の礼 (bei einer Teezeremonie)

  • Shin-no-rei 真の礼 (bei einer Teezeremonie)

 

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Bodo Gewinner (Fukushidoin H.A.A.)